Respect.FC erstrahlt in vollem Glanz
Von Ulrich Huppertz - Sonntag, 15. August 2010

Bei Respect.FC werden alle Hebel in Bewegung gesetzt, um sicherzustellen, dass der Schwergewichtstitelkampf zwischen Andreas Kraniotakes und Björn Schmiedeberg einen würdigen Rahmen erhält. So ist vor wenigen Tagen erst der brandneue Respect.FC Heavyweight Championship-Gürtel in Herne eingetroffen, den sich der Gewinner des Hauptkampfes der Gala umschnallen darf.
Die Begegnung der im nationalen Kräftemessen an Platz 2 (Kraniotakes) und 3 (Schmiedeberg) eingestuften Kämpfer ist aktuell der wohl am heißesten erwartete Kampf der deutschen MMA-Szene. Wird der Koblenzer Kraniotakes sich nach seiner zuletzt im Ausland erlittenen bitteren KO-Niederlage zurückmelden und den kometenhaft in die German Top Five aufgestiegenen Wuppertaler Schmiedeberg in die Schranken weisen können?
Die Antwort wird es erst am 11. September bei Respect.FC 4 in Herne geben.
http://www.groundandpound.de/allgemein/news/respectfc-erstrahlt-in-vollem-glanz/
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Maurice van Waeyenberghe Exklusiv-Interview
Von Ulrich Huppertz - Mittwoch, 11. August 2010
Einen Monat vor dem zukunftsweisenden Kampf bei Respect.4 stellen wir euch den im MMA-Sport ungeschlagenen Bremerhavener Maurice van Waeyenberghe vor. Wie der Jungspund mit seiner German Top Five-Nominierung umgeht und was er für den Kampf im September geplant hat, hat er uns exklusiv verraten.
GroundandPound: Hallo Maurice. Vielen Dank, dass Du Dir die Zeit für das Interview nimmst. Was machst Du momentan?
Maurice van Waeyenberghe: Auch ein herzliches Moin an die GnP Redaktion und die Leser. Momentan habe ich Urlaub, bin aber trotzdem fleißig am trainieren. Im Urlaub sogar häufiger am Tag, weil die Zeit einfach da ist.
Wie hast Du auf deinen Neueinstieg in die German Top Five reagiert? Was ändert es für Dich?
Ich wusste das erstmal noch gar nicht, ich habe es zufällig gelesen, als ich am Sonntag auf GNP.de online war. Es war eine Mischung aus Freude und Schock. Ich freue mich tierisch darüber, und es motiviert mich echt ungemein. Auf der anderen Seite frage ich mich aber, ob ich es mir verdient habe - warum ich?
Ich finde es total schade um Ismail (Cetinkaya, Anm. d. Red.), da er aus meiner Sicht einer der besten Deutschen Mittelgewichtler ist und bleibt. Der Einstieg in Die German Top Five ist für mich noch ein Grund mehr, mein Bestes zu geben und um herauszufinden, ob ich dessen würdig bin.
Zuletzt warst Du bei GMC 1 gegen Willi Frank erfolgreich. Wie beurteilst Du Deine eigene Leistung?
Also ich kann mich nur sehr schwer selbst beurteilen. Das Ding war, dass ich meinen Gegner echt nicht einschätzen konnte. Aber ich denke mal, dass meine Leistung solide war. Ich habe zwar den Kampf gewonnen. Richtig zufrieden bin bzw. war ich aber nicht. Ich wollte die Sache ein wenig anders angehen.
Bei Respect.3 wurdest Du am Kampfabend noch vom Arzt nicht freigegeben. Was war genau passiert?
Tja, das liegt mir wie ein Stein im Magen. Es ist einfach schief gelaufen. Ich war kurz vor dem Doc-Check - wenn es hochkommt - eine Stunde in der Sonne. Am Abend ging es mir immer schlechter, irgendwann bin ich auch eingeschlafen. Mein Trainer hat den Arzt gerufen, der mich gleich an 2 Infusionen gelegt hat. Sonnenstich, Flüssigkeitsmangel usw. war das Resultat.
Schade war es wirklich, da ich viel für den Kampf getan habe, sehr viel. Ich hatte mich gefreut, mich einfach richtig dreckig mit Christian (Kroetsch, Anm. d. Red.) zu prügeln. Es gab noch ein wenig üble Nachrede von Sparta. Das klären wir aber am 11.09.
Dein Gegner bei Respect.4 wird – wie bei Respect.3 schon geplant - der Grappler Christian Kroetsch von Sparta Essen sein. Was weißt Du über ihn, und wie schätzt Du ihn ein?
Christian ist ein echt lockerer und freundlicher Typ. Würden wir uns unter anderen Umständen treffen, würden wir sicherlich ein paar Bierchen miteinander trinken. Okay, ihr meint natürlich den Sportlichen Teil (lacht). Also er ist ein guter Grappler und kann was am Boden.
Was können die Fans im September von Dir erwarten?
Maurice in Topform und ein bis zwei Überraschungen!
Dein Kampfstil beinhaltet immer ein gewisses Risiko, sowohl im Bodenkampf, als auch bei eher wilden Schlagwechseln im Stand. Kämpfst Du bewusst so?
Ich denke, der Sport, den wir machen und lieben, stellt selbst ein gewisses Risiko dar. Aber ich lasse mich ungern darum bitten, wenn ich weiß, dass der Gegenüber mir auch ans Leder will. Also würde ich schon sagen, dass es so gewollt ist. No Risk, no Fun!
Treibt es Deine Trainer zur Weißglut, dass Du spektakulär, aber risikoreich kämpfst?
Nein, eigentlich nicht. Von denen habe ich das ja (lacht).
Wodurch bist Du zum Kampfsport gekommen?
Witzige Geschichte. Damals waren ein guter Kumpel und ich 16 Jahre alt, als wir in einer üblen Bremerhavener Ecke um unsere Mobiltelefone erleichtert wurden und auf die „lass mich mal bitte telefonieren“-Abzocken reingefallen sind. Der Vater meines Kollegen, der ein alter Veteran in Sachen Kampfsport/-kunst war, zog uns an den Haaren zum Ju-Jutsu. Damals hatten wir bei der Wettkampfabteilung des Ju-Jutsu in Bremerhaven angefangen.
Wann hast Du das erste Mal vom MMA-Sport gehört, und was war es, das Dich in seinen Bann gezogen hat?
Ich habe in irgendeinem Bodybuilding-Forum ein Highlightvideo von Fedor gesehen und wusste damit gar nichts anzufangen, dachte mir einfach nur “das will ich auch“ . Google hatte dann die Fighfabrik ausgespuckt, die auch gerade erst eröffnet hatte. Zugeguckt, Probetraining und Mitgliedschaft seit dreieinhalb Jahren.
Wie sieht Dein wöchentlicher Mustertrainingsplan bei der Fight Fabrik Bremerhaven aus?
Ich trainiere täglich Stand, Boden und Ringen. Ich arbeite an meinen Schwächen und baue meine Stärken weiter aus.
Bis letztes Jahr noch wurde der Norden der deutschen MMA-Szene fest von Hamburg dominiert. Mit der Fight Fabrik Bremerhaven und dem Free Fight Team Bremen holte Bremen zuletzt aber enorm auf und kann mit Dir, Gasi Achmelov, Sebastian Risch, Alexander Heinrich, Sascha Meuthen und weiteren auf eine ganze Schar an aufstrebenden Kämpfern zurückgreifen. Wie siehst Du die Entwicklung?
Eine super Entwicklung. Man muss auch bedenken, dass es die Fightfabrik und das Free Fight Team Bremen gar nicht so lange gibt, und ich denke, dafür haben wir uns auf jeden Fall ganz gut entwickelt. Wiederum sollte man aber auch noch im Auge behalten, dass Hamburg mit Ismail (Cetinkaya, Anm. d. Red.) und Kamil, sowie Mehmet auch echt ein Riesennummer in Deutschland ist.
Es gibt viele Sportler, die der Erfahrung wegen lediglich nur einmal MMA kämpfen wollen. Was hast Du Dir vor deinem ersten MMA-Kampf gegen Stefan Woelk von Deiner neuen Sportart versprochen?
Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, was ich mir versprochen hatte. Ich wollte meinen Trainern eigentlich nur zeigen, dass ich etwas von ihnen gelernt hatte. Dass ich ein zweites Mal irgendwo kämpfen würde war bis dahin auch eher eine Zukunftsillusion.
Wie hast Du als junger Sportler mit zwei Siegen im Gepäck das Großereignis UFC 99 erlebt?
Ein großes Ereignis, was absolut wichtig für uns war. Positiv, sowie negativ. Irgendwann hätten wir uns halt mit dem Image unseres Sportes in der Öffentlichkeit konfrontieren müssen. Früher oder später. Die UFC hat halt sehr viel dazu beigetragen. Leider war ich nicht live bei UFC 99 dabei. Wanderlei Silva live zu sehen, muss der Hammer gewesen sein. Ich hatte die Möglichkeit, war dann aber aus arbeitstechnischen Gründen zu fest eingeplant.
Wie beurteilst Du die Leistungen von Dennis Siver und Peter Sobotta in der größten Kampfsportliga der Welt?
Klasse Jungs! Ich freue mich für sie, dass sie so weit gekommen sind und ich hoffe, dass es noch mehr Deutsche schaffen werden, in der UFC zu kämpfen.
Mit Respect.FC und der German MMA Championship hast Du schon bei den zwei tonangebenden Events der Neuen Deutschen MMA-Welle gekämpft. Wie siehst Du die Entwicklung des Sports hierzulande speziell im Hinblick auf die Entscheidung der BLM, die die Ausstrahlung der UFC auf DSF/Sport 1 untersagte.
Die Qualität wird ja immer besser, Respect.FC und GMC sind ja echt professionelle Veranstaltungen, was das deutsche Niveau angeht. Europaweit kann ich das leider nicht beurteilen, da ich bisher nur national gekämpft habe. Ich denke, dass der Sport hier noch sehr populär wird. Noch ist er aber mit einem miesen Image behaftet, welches aus den Köpfen der breiten Masse erst noch vertrieben werden muss.
Dass die Ausstrahlung verboten wurde, ärgert mich sehr. Ich habe zwar keinen Fernseher, aber es ist ein wichtiger - ich sage einfach mal „Entwicklungsfaktor“ -, der hier leider zugrunde gegangen ist. Ich hoffe nur, dass MMA nicht komplett in Deutschland verboten wird und wünsche mir wirklich, dass unsere Politik auch mal die nötige Weitsicht bzw. Einsicht oder Toleranz zeigt.
Womit verbringst Du Deine Zeit, wenn Du nicht trainierst oder kämpfst?
Ich mache zurzeit meinen Zivildienst in einem Kindergarten, was auf jeden Fall eine tolle Sache ist. Aber ansonsten hab ich ausser dem Sport keine Hobbies mehr.
Was hält die Zukunft für Maurice van Waeyenberghe parat? Was sind Deine Ziele, mittel- und langfristig?
Auf jeden Fall bald und so früh wie möglich international zu kämpfen! Mein persönliches Ziel für die nahe Zukunft ist M-1. Mein langfristigstes Ziel, auf jeden Fall etwas in diesem Sport zu bewegen. Mal gucken, was so kommt.
Vielen Dank für das Interview. Wir wünschen Dir alles Gute für die Zukunft.
Ich danke euch für das Interview, alles Gute und wir sehen uns im September.
http://www.groundandpound.de/allgemein/interviews/news/maurice-van-waeyenberghe-exklusiv-interview/
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Sebastian Baron Exklusiv-Interview
Von Ulrich Huppertz - Dienstag, 20. Juli 2010
GroundandPound: Hallo Sebastian, herzlichen Glückwunsch nachträglich zum Award als kultigster deutscher Kämpfer 2009. Hand aufs Herz: Was ging Dir als erstes durch den Kopf, als Du von dem Sieg in dieser Kategorie erfahren hast?
Sebastian Baron: Dass das der Trostpreis ist, weil ich in keiner der anderen Kategorien überzeugen konnte! Nein, ich hab mich schon ziemlich geehrt gefühlt, gerade weil es auch etwas abseits ist von messbarer Leistung...
Was war Deiner Meinung nach der ausschlaggebende Faktor für Deinen ziemlich eindeutigen Sieg?
Ich bin mir nicht sicher. Der Titel „kultig“ sagt ja nun erstmal aus, dass man schon eine ganze Zeit dabei ist und offenbar Eindruck hinterlassen hat - vor, während und nach den Kämpfen. Und irgendwie dachten da wohl viele Leute, dass das besser zu mir als zu den anderen Nominierten passt.
Sportlich ging das letzte Jahr mit zwei Niederlagen in Folge eher mager zu Ende. 2010 begann ebenfalls mit einer Niederlage. Wie willst Du den Hebel umlegen?
Indem ich wieder intensiver grappel – es waren immerhin drei Submission-Niederlagen. Ansonsten hab ich mir nichts vorzuwerfen, die Kämpfe waren alle gut, und ich konnte endlich wieder mein Standup einsetzen.
Trotz der Niederlage bleibt der Hauptkampf von Respect.3 gegen Nordin Asrih als einer der besten Kämpfe in der Geschichte des deutschen MMA-Sports in Erinnerung. Wie hast Du ihn als Beteiligter erlebt?
Es hat saumäßig Spaß gemacht! Ich war verletzungsbedingt so schlecht vorbereitet wie nie, noch auf dem Weg zum Ring hab ich mich gefragt, ob meine Wade wohl mitmachen wird. Aber ich wusste, dass Nordins Vorbereitung ebenfalls nicht glatt gelaufen war, zum einen war er drei Wochen vorher zum zweiten Mal Vater geworden, zum anderen wurde sein Gym dicht gemacht.
Das empfand ich als fair und war frei im Kopf. Ich konnte so viel Technik abrufen wie nie zuvor, und auch wenn alles nicht gereicht hat, um Nordin zu besiegen, war dieser Kampf sehr wichtig für mich, denn er hat mir klar gemacht, dass es Sachen gibt, die man in sechs Wochen harter Vorbereitung niemals lernen kann.
Asrih hatte bei der Wahl zum kultigsten Kämpfer den zweiten Rang hinter Dir belegt. Zudem trafen mit Euch beiden zwei grundverschiedene Charaktere aufeinander. Was war entscheidend dafür, dass nach dem erbittert hart geführten Kampf die epische Respektsbekundung die ganze Halle aus den Sitzen riss?
Das Auf und Ab des Kampfes sicher, und bestimmt auch die vielen Emotionen, die mitspielten. Das Team von Nordin, das durch sein Auftreten auf viele Zuschauer offenbar unangenehm wirkte, hat sich so sehr gefreut über den Sieg, und war wirklich sehr sportlich. Das war schön, und auch wenn es blöd klingt – ich hab's ihnen gegönnt!
Ich glaube, dass da im Publikum immer sehr viel projiziert wird, und egal wie es ausgeht, löst sich mit dem Ende eine ungeheure Spannung. Plötzlich ist halt einfach alles vorbei. Wir haben alles gegeben, das hat die Leute mitgerissen, und das Ergebnis ist so, wie es ist!
Ärgert Dich der kampfentscheidende Fehler, ohne Kraft kurz vor Ende zum Takedown zu gehen – Asrih zwang dich als Konter mit einem Choke zur Aufgabe -, heute noch?
Der Fehler ja, die Niederlage auf keinen Fall! Ich muss an dieser Stelle mal etwas richtig stellen: Es hat nicht der Falsche gewonnen! Ich habe das so oft gehört jetzt, so viele E-Mails bekommen deswegen, in meinen Augen stimmt es nicht!
Ich habe vielleicht insgesamt mehr Techniken gezeigt, und mehrfach Chancen gehabt, das Ding zu beenden - öfter als mein Gegner. Aber die Wahrheit ist, dass ich ohne den Referee einfach verreckt wäre in der Guillotine. So sieht's aus, und da gibt es nix schön zu reden. Das ist der Sport, und deshalb lieben wir ihn alle...
Bei Respect.4 triffst Du im September auf den Frankfurter Christian Eckerlin, der unter der Leitung von Daniel Weichel zu einem der größten Talente Deutschlands gereift ist. Was weißt Du von ihm, und was erwartest Du von ihm im Kampf?
Ich weiß nicht viel von ihm, aber was ich gesehen habe von ihm bringt mich zu der Ansicht, dass er mir vom Stil her sehr ähnlich ist. Das wird hart, und ich freue mich drauf. Mal sehen, was er so aushält - und was er so austeilt natürlich.
Nach drei Hauptkämpfen bei Respect.FC in Folge stehst Du nun erstmals nicht mehr an vorderster Stelle. Wie siehst Du die Tatsache, dass Du nun nicht mehr gegen die Elite des Landes sondern „nur“ gegen ein Talent ran musst?
Wer genau war noch mal die Elite? Nein, im Ernst, das bedeutet mir nichts! Ich habe mich geehrt gefühlt, dreimal den Hauptkampf machen zu dürfen, und zweimal hab ich es versaut. Aber auch sonst wäre es an der Zeit, das mal jemand anders machen zu lassen. Ich glaube im Übrigen, dass dieser ganze Record-Quatsch dem Sport eher schadet. Vielleicht nutzt er dem Einzelnen, oder zumindest glauben das viele...
Mal ehrlich: Wenn man jemand mit einem 10-0 Record hat, und jemand mit einem 10-10 Record, wer ist wohl der bessere Mann?! Für mich ist Kämpfen immer etwas sehr Persönliches, ich will etwas über mich herausfinden. Das kann ich nicht gegen jemand, der noch keine Kämpfe hat, sicher. Aber wenn er gut ist, im Stand wie am Boden, dann steht dem nichts im Wege, und ich nehme den Kampf an.
Respect.4 wird ein großer Abend für dein Alligator Rodeo Team. Mit Dir, Björn Schmiedeberg und Alexandra Sanchez kämpfen die drei populärsten und stärksten Athleten an einem Abend. Wie wird deine Mannschaft diese Aufgabe stemmen?
Es sind ja nicht nur wir drei – es kämpfen noch fünf weitere Teammitglieder. Wir werden kleine Teams bilden, und auch das Coachen im Vorfeld ausgiebig besprechen und üben. Um mich selbst mache ich mir dabei am wenigsten Gedanken, das einzige, worauf ich achten muss ist, dass ich mich emotional nicht zu sehr in die Kämpfe der anderen rein hänge.
In meiner Ecke wird voraussichtlich Mario Stapel stehen, mit dem ich mich auch zusätzlich vorbereiten werde. Ach ja, und wir werden uns natürlich im August den Arsch abtrainieren. Schade um das Schwimmbadwetter, aber was soll's!?
Sebastian, wir danken Dir für das Interview und wünschen Dir alles Gute für die Zukunft. Möge uns Dein mögliches Karriereende noch lange erspart bleiben!
Danke schön!
http://www.groundandpound.de/allgemein/interviews/news/sebastian-baron-exklusiv-interview/
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Ben Helm Exklusiv-Interview
Von Ulrich Huppertz - Donnerstag, 8. Juli 2010
Mit dem Award als bester Veranstalter national 2009 wurden die Leistungen des RESPECT.FC-Gründers, Matchmakers und Co-Promoters Ben Helm gewürdigt. Hand in Hand mit dieser Auszeichnung geht aber die Bürde, weiterhin Maßstäbe zu setzen und für höchste Qualität zu garantieren.
GroundandPound: Vielen Dank dass Du Dir Zeit für das Interview nimmst. Die heiße Phase des Matchmaking ist vorbei, wie geht es Dir momentan, und was machst Du gerade?
Ben Helm: Gerne! Zwar ist die Phase des Matchmakings vorerst abgeschlossen, doch fängt jetzt die heiße Phase der Vorbereitung erst richtig an.
Die erste Kämpferliste war schon sehr beeindruckend, aber die Fight Card ist noch beeindruckender. Wie viele Stunden Arbeit und Telefoniererei hat Dich all das gekostet?
Das kann ich dir in Stunden gar nicht sagen, begonnen hatte die Arbeit an der Fight Card am Abend des letzten Events am 24. April und geendet hat sie am letzten Samstag...
Was war der entscheidende Grund, zwei Kämpfer der Königsklasse Schwergewicht in den Hauptkampf zu nehmen, was ja ein Novum bei Respect ist?
Das hat mehrere Gründe, die wichtigsten für mich waren: Beide gehören zu den besten Kämpfern ihrer Gewichtsklasse in Deutschland und haben einen attraktiven Kampfstil.
Andreas Kraniotakes und Björn Schmiedeberg zählen beide zur German Top Five im Schwergewicht. Streiten sie Deiner Meinung nach im Hauptkampf um Platz 1, und wie siehst Du die Verhältnisse in Deutschland?
Schwierige Frage. Also ich sehe Andreas und Björn in der Top 3 der besten Deutschen Schwergewichte. Als dritten in diesem Bunde sehe ich Dawid Baziak. Da noch keiner dieser drei gegen den anderen gekämpft hat, finde ich es schwierig zu sagen, wer wirklich der beste Schwergewichtskämpfer in Deutschland ist. Auf jeden Fall stellt der Hauptkampf von RESPECT.4 das erste Kapitel zur Lösung dieser Frage dar!
Hand aufs Herz: Über welche namhafte Neuverpflichtung bist du am stolzesten? Kraniotakes, Herb, Mihajlovic, Stefan, Boekee oder Hein?
Ich weiß, dass dies eine unbefriedigende Antwort ist, aber ich muss dir sagen, dass ich da wirklich keine Abstufung machen kann. Ich freue mich wirklich über alle sechs Kämpfer in gleichem Maße! Kraniotakes, Herb, Mihajlovic und Boekee sind wirkliche Top-Kämpfer und Stefan und Hein gehören zu den größten Talenten, die es in Deutschland gibt.
Mit Alex Sanchez gegen Melissa Lan wird der erste Frauenkampf bei RESPECT.FC stattfinden. Welchen Stellenwert misst Du dem Frauen-MMA in Deiner Show zu? Wie sehen dahingehend die Zukunftsplanungen aus?
Für mich gibt es da gar keinen Unterschied! Wenn ich zwei Frauen matchen kann, die einen spannenden Kampf versprechen, werde ich das machen. Eine gezielte Planung habe ich diesbezüglich nicht.
Auf welche Kämpfe freust Du Dich selbst am meisten?
Finde ich auch wieder echt schwierig zu beantworten! Eigentlich müsste ich hier mindestens die halbe Fight Card auflisten, doch wenn ich mich auf drei Fights reduziere: Kraniotakes vs. Schmiedeberg, Herb vs. Mihaljovic und Kroetsch vs. Waeyenberghe – mein Geheimtipp.
Du bist bekannt für Dein gutes Händchen in puncto Matchmaking. Wo liegt das Erfolgsgeheimnis wie gehst Du dabei vor?
Ich schaue mir alle Fights an, die ich von einem Kämpfer bekommen kann, egal ob im MMA, Grappling oder Kickboxen. Ich versuche, weitere Informationen über den Kämpfer aus anderen Quellen zu bekommen und wäge seine Stärken und Schwächen ab. Anhand dieser Infos versuche ich spannende und spektakuläre Matchups zusammen zu stellen. Diese Mühe mache ich mir bei allen Fights, vom Hauptkampf bis zu den Amateur Fights.
Nachdem bei RESPECT.3 nur ein Holländer am Start war, kommen nun wieder vermehrt Kämpfer aus unserem Nachbarland, vor allem das Federgewichtsass Ben Boekee. Was ist der Grund dafür?
Das hat eigentlich keinen besonderen Grund. Ich habe einfach diesmal einige Anmeldungen von niederländischen Kämpfern gehabt, mit welchen ich spektakuläre Kämpfe auf höchstem Niveau zusammenstellen konnte!
Als Beispiele wären da vor allem Gregor Herb vs. Damir Mihaljovic (Renzo Gracie Holland) und Andreas Bernhard vs. Ben Boekee (Hoyer's Gym NL) genannt. Zwei Kämpfe, bei denen es unmöglich ist vorherzusagen, wie sie ausgehen werden und die großes "Feuerwerk" für die Zuschauer versprechen...
Sind generell irgendwann RESPECT.FC-Meistertitel geplant, oder ist das momentan keine Option?
Um den erste "RESPECT.FC-Titel" wird am 11. September bei RESPECT.4 im Hauptkampf zwischen Kraniotakes und Schmiedeberg gestritten werden! Diese Info wollte ich mir eigentlich noch etwas aufsparen, aber jetzt wo du fragst, gebe ich sie dir exklusiv. In der Zukunft werden wir alle Gewichtsklassen um Titel kämpfen lassen.
Unsere Voraussetzung für einen Titelkampf ist, dass beide Kämpfer zur Spitze ihrer Gewichtsklasse in Deutschland zählen. Absurde Titel wie Europa- oder gar Weltmeistertitel werden wir nicht auskämpfen, dies würde den Titel in meinen Augen lächerlich machen. Ich möchte da realistisch bleiben...
Deine Verbesserungswut ist bekannt. An welchen Fehlern hast Du seit RESPECT.3 am akribischsten gearbeitet?
An allem, was mir bewusst geworden ist! Zum Beispiel haben wir die Flachbestuhlung um den Ring auf fünf Reihen und 300 Plätze reduziert, da ich gehört habe, dass Zuschauer in den hinteren Reihen nicht gut sehen konnten und trotz teurerer Karten auf die Tribüne ausgewichen sind. Durch die extrem gute und große Tribüne in unserer jetzigen Location konnten wir uns das Reduzieren der Ringside-Plätze leisten, ohne die Gesamtkapazität an Sitzplätzen zu mindern.
Bei RESPECT.4 wird jeder Zuschauer eine gute Sicht auf den Ring genießen können. Außerdem habe ich einen Teil der organisatorischen Arbeit an meinen Geschäftspartner Sebastian Tlatlik übergeben und kann mich somit noch mehr auf das Matchmaking und eine weitere Professionalisierung des Events konzentrieren.
Wird es im Sinne der Zuschauer eine strengere Überprüfung der Betreuer-Regel geben? Beim letzten Hauptkampf waren es bei einem Team ja gleich 25 anstelle von den erlaubten 3.
(lacht) Ja, da haben wir schon Konsequenzen draus gezogen. Ab dem nächsten Event ist es Pflicht, dass sich die drei Betreuer während des Kampfes auf drei Stühle am Ring setzen müssen. Dies ist übrigens auch bei den großen Promotions wie der UFC oder DREAM so üblich.
Wann sind die Karten endlich im freien Verkauf?
Der Vorverkauf beginnt am dem 1. August.
Welche Erwartungen hast Du an RESPECT.4, was muss passieren, damit du am Ende zufrieden bist?
Es müssen 1220 Zuschauer mit dem Gefühl nach Hause gehen, gerade auf dem besten deutschen MMA-Event gewesen zu sein. Dann wäre ich zufrieden. Ein geringeres Ziel möchte ich mir nicht setzen, und auch nur so kann ich mich zu der ganzen Arbeit motivieren.
Vielen Dank für das Interview. Wir wünschen Dir alles Gute für die Zukunft!
Ich danke dir.
http://www.groundandpound.de/allgemein/interviews/news/ben-helm-exklusiv-interview/
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Erste Details zu Respect.4
Von Ulrich Huppertz - Montag, 7. Juni 2010
Respect.FC-Veranstalter Ben Helm gab vor kurzem die erste Kämpferliste für seine vierte Show am 11. September bekannt. Fans der deutschen MMA-Szene müssen wir vor Veröffentlichung der Respect.4-Teilnehmerliste warnen: Beim Lesen herrscht akute Kinnladen-Herunterfall-Gefahr! Zahlreiche deutsche Spitzenkämpfer, sowie lokale Größen und etablierte Veteranen sind am Start.
Andreas "Big Daddy" Kraniotakes: German Top 5 Schwergewicht Nr.2, Koblenzer Weltenbummler und Verteidiger des Sports in den Medien, der nach zwei Auftritten in Slowenien wieder in Deutschland antritt, um seinen Status als Elitekämpfer zu untermauern.
Andreas Bernhard: German Top 5 Federgewicht Nr.2, bulliger Hamburger Judoka mit perfekter Bilanz im MMA. Könnte problemlos sogar -61kg kämpfen, überzeugte bei Respect.3, wo er den Berliner Veteran Jesse-Björn Buckler bezwang.
Björn "Gazelle" Schmiedeberg: German Top 5 Schwergewicht Nr.4, trotz seiner Statur flink wie ein Wiesel. Der Wuppertaler startete nach Hammerdiät neu durch und ist seit vier Kämpfen ungeschlagen.
Janosch "The Rock" Stefan: Vizeweltmeister im Combat Sambo, wo er vor Fedor Emelianenko den zweiten Platz belegte. Zweiter Kampf im MMA-Sport, als der kommende Mann im Schwergewicht gepriesen.
Alexandra Sanchez: Deutschlands beste Kämpferin 2009. Der Berliner gelang 2009 der mit Abstand größte Erfolg einer weiblichen Kämpferin, als sie den extrem stark besetzten Jewels Grand Prix in Japan gewann.
Sebastian "Pusteblume" Baron: Deutschlands kultigster Kämpfer 2009. Wilder Bart und urtümliche Frisur gehören ebenso zum Repertoire des Wuppertalers wie actiongeladene Kämpfe und ein Höchstmaß an Fairness und Sportsgeist.
Andreas Birgels: Hoch gehandeltes Talent, das nach schwerer Knieverletzung sein Comeback im MMA-Sport wagt.
Maurice van Waeyenberghe: Bremerhavener Newcomer, der in fünf Kämpfen ungeschlagen ist. Sehr talentiert und spektakulär.
Andre "Serious" Balschmieter: Deutschlands ehemalige Nummer Eins im Mittelgewicht, kehrt nach 18 Monaten Pause bei Respect.4 zurück.
Kamil Lipinski: Aufstrebender Hamburger Mittelgewichtler, gewann im März 2010 zuletzt zwei Kämpfe an einem Abend.
Christian Kroetsch: Essener Bodenkampftalent, drei Kämpfe, drei vorzeitige Siege in der ersten Runde.
Sebastian Feldmeier: Deutscher Meister Muay Thai 2010 des MTBD aus München, absolviert seinen dritten MMA-Kampf.
Mbo "Boo" Ndundu: Kultschläger aus Aachen, hält einen Sieg über Sebastian Kliesch, Deutschlands Nummer fünf im Weltergewicht.
Rainer Prang: Ungeschlagenes Weltergewicht aus Hürth bei Köln. Zwang bei Respect.3 den Taifun Kaan Yesiller zur Aufgabe.
Stefan Heber: Bodenkampfexperte vom MMA Münster mit dem Hang zum Risiko und spektakulären Kämpfen. Bekannt für sein Eisenkinn.
Niko "Sexy Boy" Lohmann: Wer Shawn Michaels mag, wir Niko Lohmann lieben. Essener Grappler mit feinem Gespür für unterhaltsame Selbstinszenierung. 2010 zwei Erstrundensubmissionsiege in Folge.
Kevin Demmin: FFA-Meister aus Münster. Starker Bodenkämpfer, der nach seiner Niederlage bei Respect.3 auf Wiedergutmachung aus ist.
http://www.groundandpound.de/allgemein/news/erste-details-zu-respect4/
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Bombenstimmung bei Respect.3
Von Ulrich Huppertz - Sonntag, 25. April 2010
Für Veranstalter Ben Helm hätte es am gestrigen Abend kaum besser laufen können. Die Zuschauer kamen in Scharen, füllten die Essener Bergeborbeckhalle prall und sorgten für Bombenstimmung, wenn die Action im Ring von Respect heiß her ging. Genau das sollte gestern keine Seltenheit bleiben, was zum einem an den durchweg starken Leistungen der Athleten, zum anderen an Helms geschicktem Händchen beim Matchmaking lag. Mit Marco Broersen, der inner- und außerhalb des Rings mit großer Umsicht für Ordnung sorgte, war einer der besten Ringrichter ganz Europas anwesend.
Die Fibo in Essen ermöglichte zudem, dass mit Dennis Siver, Pascal Krauss, Andreas Kraniotakes und Carlos Eduardo zahlreiche Spitzenkämpfer vor Ort waren, und es sich natürlich nicht nehmen ließen, das Jahresdebüt von Respect live mit zu verfolgen. Respect.3 setzte Maßstäbe und bot mit dem Hauptkampf zwischen Nordin Asrih und Sebastian Baron eine Schlacht der Gegensätze, die einer der spannendsten Kämpfe in der noch jungen Geschichte des MMA-Sports in Deutschland werden sollte.
Baron, mit Afro und wildem Vollbart, in der blauen, Asrih, mit Millimetergenau rasiertem Bart und mehr Kunstwerk als Frisur, in der roten Ecke standen sich gegenüber. Wuppertal gegen Düsseldorf, und der Mann aus der Stadt mit der weltberühmten Schwebebahn dominierte die erste Runde. Baron zeigte einen schönen Takedown und ließ Asrih mit seiner Kontrolle keine Chance, selbst in die Offensive zu gehen, während er mit Ground and Pound punktete.

Erst Anfang Runde 2 wachte Asrih auf, aber es war nicht er selbst, sondern Barons linker Tritt, der das bewirkte. Der Düsseldorfer taumelte benommen zurück in die Ringecke, sammelte sich jedoch schnell wieder und clinchte. Von dort aus begann er, sich mit harten Uppercuts und Haken wieder ins Geschehen zurück zu bringen. Gegen Ende der Runde, in der Baron wieder und wieder seinen linken High Kick mit Erfolg anbrachte, während Asrih boxerisch überlegen war, kochte die Halle. Asrih hatte Baron mit einem platzierten rechten Haken in Bedrängnis gebracht, konnte den Sack aber nicht zumachen, da Baron ihn mit letzter Kraft zu Boden brachte.

Zu Beginn des dritten Durchgangs waren beide sichtlich gezeichnet. Baron hatte ein dickes Veilchen unterm linken Auge und eine blutige Nase, während Asrihs rechte Augenbraue von Barons Tritten gecuttet war. Das Publikum war außer sich, als es den beiden Athleten dennoch gelang, ihre Leistung der Vorrunde zu toppen. Barons linker Kick bereitete Asrih weiterhin Kopfzerbrechen, während dem Wuppertaler mit jedem erlittenen Treffer die Puste verloren ging. Mitte der Runde nahm Baron aber allen Mut zusammen und setzte im Vorwärtsgang eine Schlagkombo, die er mit einem Knie abschloss, das Asrih durch die Ringseile schickte. Sichtlich erschöpft und gezeichnet, versuchte Baron, den Kampf mit nur noch 90 Sekunden auf der Uhr zu Boden zu bringen. Sein Takedown wurde gesprawlt, und Asrih setzte sofort einen Guillotine Choke an, der Baron zum Abklopfen zwang.

Die Fans waren aus dem Häuschen, hatten sie doch gerade einen Kampf erlebt, der an Spannung und Brisanz wohl kaum zu überbieten ist. Beide Kämpfer zeigten alle Facetten des Sports, enormen Kampfgeist und ließen, obwohl Einiges auf dem Spiel stand, die nötige Fairness nicht vermissen. Bezeichnend für den Veranstaltungsnamen Respect, knieten sich beide am Ende der Schlacht auf dem Ringboden gegenüber und zogen den Hut vor der Ausnahmeleistung des Gegenübers. Wer die euphorischen, aber völlig erschöpften Blicke der beiden, einer mit blutender Nase und Veilchen, der andere mit blutender Augenbraue, gesehen hat, weiß, was unseren Sport wirklich ausmacht: Respekt!

Der Berliner Veteran Jesse-Björn Buckler zeigte in seinem Kampf gegen den kleinen, aber ungemein bulligen Hamburger Judoka Andreas Bernhard, dass seine Zukunft im Federgewicht liegt. Vom Abkochen wenig gezeichnet, zeigte Buckler in der ersten Runde sehr schöne Schlag- und Trittkombos, die er meist mit platzierten Knien abschloss. Bernhard gelang es nicht, die Reichweitennachteile zu überwinden und er verstrickte sich in erfolglose Schlagwechsel. Runde zwei begann er aber mit einem Ausrufezeichen: Sofort stürmte er mit Schlägen auf den Berliner zu, um zu clinchen und ihn zu Boden zu bringen. In Windeseile erkämpfte er sich die Side Mount und begann, Buckler mit Knien zum Kopf zu attackieren.

Im Verlauf der Runde konnte Buckler im Stand erneut punkten, doch wendete Bernhard den Spieß kurz vor Schluss und warf seinen Gegner mit einem schönen Judowurf auf die Matte. In der entscheidenden dritten Runde setzte Buckler erneut schöne Tritte und Kniestöße, während Bernhard das Tempo nach zwei Minuten sichtlich anzog. Er clinchte, und verteidigte einen Guillotine Choke des Berliners, um diesen aus der Front Headlock-Position erneut mit Knien zum Kopf zu attackieren. Buckler kassierte über zwei Minuten lang Knie, die nicht wirklich hohen Schaden anrichteten, sich aber in Punkte ummünzten. Im Gespräch mit Ground and Pound gab Buckler später zu Protokoll, dass er sich zu dem Zeitpunkt nach Punkten vorne gesehen hatte und daher die eher leichten Knie in Kauf nahm. Ein Kampfentscheidender Fehler: Bernhard gewann nach Ablauf der Kampfzeit die Majority Decision (2-0).

Björn Schmiedeberg, die schwerste Gazelle aus ganz Wuppertal, traf auf den Bremer Sascha Meuthen. Der German Top Five-Kämpfer aus Sebastian Barons Kampfstall legte furios los und brachte Meuthen, nachdem er ihn im Stand mit einer schönen rechten und einem Knie angeknackt hatte, zu Boden. Aus der Full Mount begann er, zu schlagen, doch gelang dem Bremer Meuthen ein schöner Reversal. Nach kurzem Doktor-Check wegen Meuthens blutender Nase ging es weiter, und er setzte mit einem schönen Tritt, der Schmiedeberg zu Boden gehen ließ, erste Akzente. Gegen Ende der Runde punktete Meuthen mit schönen Schlägen, die ihre Wirkung in Schmiedebergs Gesicht hinterließen.
Nach der Pause – und wohl einiger deutlicher Worte seiner Ecke – kehrt mit Schmiedeberg 2.0 ein anderer Kämpfer in den Respect-Ring zurück. Ohne lang zu fackeln, setzte er nach einer brillanten Takedown-Finte einen mörderischen rechten Schwinger, der den FFA-Meister Meuthen nach nur 25 Sekunden KO zu Boden gehen ließ.
Stefan Hebers Duell im Weltergewicht zeigte, dass der zähe Münsteraner in der 77kg-Klasse in Zukunft besser aufgehoben ist. Gegen den ungeschlagenen Laurens-Jan Thijssen aus dem Amsterdamer Mikes Gym brachte er den Kampf schnell zu Boden und bedrohte ihn mit einem eng sitzenden Triangle Choke. Thijssen verteidigte den Griff sehenswert und ging seinerseits in die Offensive. Aus dominanter Position setzte er Schläge und gegen Ende der Runde ein hartes Knie, das Eisenschädel Heber aber wegsteckte.

Runde zwei begann wie die erste, doch verlor Heber seine gut erarbeitete Position, als er beim Rear Naked Choke von Thijssen abgeschüttelt wurde. Thijssen begann, erneut Ground and Pound zu setzen, ließ aber dabei seinen Arm außer Acht und wurde von einem sauber vorbereiteten Armbar Hebers zur Strecke gebracht.

Mit Andre Hagemeister stand ein weiterer FFA-Meister im Ring. Er traf auf den Essener Ringer Manuel Masuch, der mit Bodycount als Einlaufmusik das musikalische Highlight des Abends war. Der Kampf begann langsam, bis Masuch seinen Gegner zu Boden brachte und aus der Half Guard Ground and Pound setzte, das den Kampf zu seinen Gunsten beendete.
Taifun Luta Livre/IMAG-Schüler Kaan Yesiller traf auf den aus dem Mittelgewicht kommenden Hürther Rainer Prang. Unter den Rufen seines Trainers Armin Eslami begann Yesiller den Kampf offensiv mit einem schönen linken Haken, gefolgt von einem Takedown. Prang reagierte zügig und sweepte Yesiller, musste jedoch sofort einen Guillotine Choke verteidigen. In der Guard von Yesiller kam es dann zu einem unbeabsichtigten Kopfstoß, der den Düsseldorfer aus dem Konzept brachte. Prang übernahm das Ruder und setzte Ground and Pound. Kurz danach verlor Yesiller auf dem Boden eine an sich gute Position, die Prang einen Angriff auf sein Bein ermöglichte. Das nutze der Hürther, um den Kampf mit einem Kneebar für sich zu entscheiden.
Lokalmatador Niko Lohmann gelang gegen Mohamed Saleh eine überzeugende Vorstellung. Zügig sicherte er sich den Takedown und erarbeitete sich methodisch und fehlerfrei – inklusive eines verteidigten Guillotine Chokes durch Saleh - den Rear Naked Choke-Sieg.
Judo-Schwarzgurt Daniel Jacko zeigte gegen den Paderborner Paul Urbanik sein Können. Runde eins dominierte Jacko mit Takedowns, Würfen und Positionswechseln am Boden fast nach Belieben. Zu Beginn der zweiten suchte Urbanik sein Heil in der Offensive und konnte Jacko mit einem schönen Spinning back Kick in die Ecke drängen, doch läutete ein erneuter Judowurf den Anfang vom Ende für ihn ein. Jacko machte den Sack am Boden mit einem Rear Naked Choke zu.

Florian Ziebert gelang es, seinen Gegner Osojan Zurab zu sweepen, nachdem der ihn aus dem Clinch zu Boden gebracht hatte. Dort verschwendete Ziebert keine Zeit und stoppte Zurab schnell mit einem Triangle Choke.

Kevin Demmin hatte in seinem Kampf gegen Michael Erdinc einen schweren Stand. Unterstützt von zahllosen Fans lief der Essener Erdinc vor heimischer Kulisse nämlich zu Hochtouren auf. Er schlug den FFA-Meister Demmin im Stand zu Boden und setzte von da an erbarmungslos nach. Demmin bewies enorme Zähigkeit und schlug, während das Ground and Pound von Erdinc auf ihn niederfuhr, kraftvoll von unten zurück. Erdinc ließ aber nicht mehr los und sicherte sich nach Positionskampf die Back Mount, von wo er den Kampf per TKO für sich entschied.

Der Bremer Gasi Achmelov kann sich mit Dan Hardy auf eine Stufe stellen. Während der Brite kürzlich erst von GSP zum Gummimann erklärt wurde, zeigte Achmelov im Kampf gegen den Essener Grappler Ali-Selcuk Ayin, dass er aus dem selben Holz geschnitzt ist – dem des Gummibaums. Ayin sicherte sich sofort den Takedown und bedrohte Achmelov wenig später mit einem Kimura. Achmelov wehrte sich verbissen und war nicht zur Aufgabe zu zwingen, während Ayin den gut sitzenden Hebel weiter anzog, bis selbst die Zuschauer schon die Gesichter verzogen. Achmelov blieb hart und entkam in die Side Mount, aus der er den verblüfften Ayin dann wenig später durch TKO schlug.
In den Amateurkämpfen feierte Thorsten Klein zu früh. Er schlug Sören Schmidt nieder, setzte aber nicht nach, sondern drehte sich jubelnd ab. Schmidt stand auf und es ging weiter bis in die zweite Runde, wo Klein das Duell gewann, nachdem der Ringarzt seinen Gegner nicht weiterkämpfen ließ. „Big Country“ Klein ergriff das Mirko und verkündete, es mit den Kämpfern der German Top Five aufnehmen zu wollen.
Daniel Kimmling zwang seinen Gegner Chris Drageano nach ausgeglichenem Kampf in der zweiten Runde mit einem Triangle Choke zur Aufgabe. Im ersten Kampf des Abends zwang Hagen Schmidt Christian Spieker nach 45 Sekunden mit einem Kimura zur Aufgabe.
Die einzige Hiobsbotschaft des Abends war die nicht erhaltene Kampffreigabe von Maurice van Waeyenberghe. Das Duell des ungeschlagenen Bremerhaveners gegen den ebenfalls ungeschlagenen Essener Christian Kroetsch wäre sicherlich ein weiteres Schmankerl für die anwesenden Fans gewesen. Nach der Veranstaltung wurde uns versichert, dass der Kampf schon für den vierten Respect.FC-Event im September fest in Planung sei.
http://www.groundandpound.de/allgemein/veranstaltungsberichte/news/bombenstimmung-bei-respect3/
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GnP Awards 2009: Bester Veranstalter national
Von Ulrich Huppertz - Freitag, 15. Januar 2010
Auf Anhieb etablierte Veranstalter auf die Plätze verwiesen zu haben, können nur wenige von sich behaupten. Dem Essener Ben Helm, Veranstalter der Respect Fighting Championship, gelang dieses Kunststück und Kampfsport-Deutschland gratuliert zum Award als Bester Veranstalter national 2009. Begonnen hatte die Respect Fighting Championship – und damit auch die Veranstalter-Karriere Helms – auf einer kleineren Show in Deutschland.
Helm schaute sich nicht nur die Kämpfe, sondern auch die Rahmenbedingungen der Show, genauestens an, und entdeckte mehrere Mängel. Der erste Entschluss war gefällt: „Das kann ich besser!“ Doch während sich 99 Prozent der Menschen, die den Satz aussprechen, zurück in den Sessel fallen lassen und die nächste Dose Bier öffnen, krempelte der 30-Jährige die Ärmel hoch und begann die Planungen.
Am 14. März 2009 fand in Herne – in NRW, dem MMA-Herzen Deutschlands, gelegen – die erste Veranstaltung von Respect.FC statt. Seine guten Kontakte in die Niederlande nutzte Helm nicht nur aus, um zahlreiche Teams aus unserem Nachbarland einzuladen, sondern um mit dem enorm erfahrenen Affliction- und M-1 Ringrichter Marco Broersen einen der besten aus ganz Europa zu verpflichten.
Das Matchmaking übernahm Helm selbst und während man bei Beginn der Show auf Grund der vielen hier unbekannten Niederländer und lokalen Talente eher skeptisch war, sprachen die Gesichter der Zuschauer nach der Show Bände. Die Stimmung im brechend vollen Fighters World Herne war erstklassig und sämtliche Kämpfe wussten zu überzeugen. Hier wurde kein Neuling verheizt, keinem Kämpfer ein dankbarer Gegner zugeschustert.
Was Helm anpackt, hat Hand und Fuß. So auch die zweite Veranstaltung, die im November erneut in Herne, dieses Mal aber in einer größeren Halle stattfand. Größere Show heiß bei Helm aber nicht größere Showeffekte. Pyrotechnik, Lasershows, heiße Ringcardgirls, all das ist bei Respect nicht wirklich von Interesse. Hier geht es um den Sport. Daher haben die Respect-Galas auch den Charakter einer Shooto-Show als das spektakuläre Brimborium der UFC.
Respect.2 hatte zwar unter einer ganzen Flut von kurzfristigen Absagen der Spitzenkämpfer, und damit einer nominellen Schwächung der Fightcard, zu leiden, führte aber in beeindruckender Weise fort, was bei Respect.1 begonnen wurde. Es mag banal klingen, aber weder Kämpfer noch Zuschauer verließen eine der beiden Galas mit Beschwerden über den Ablauf oder die Show.
Über Helm, seine Arbeitsweise und seine Einstellung selbst sagt der folgende Dialog alles. Kurz nach dem Ende von Respect.2 gefragt, ob er denn zufrieden sei, sprudelte es aus ihm heraus: „Oh Mann, ich habe jetzt schon wieder eine Liste mit über zwanzig Punkten, die ich beim nächsten Mal verbessern muss!“ MMA-Deutschland kann sich freuen, einen Mann als Veranstalter zu haben, der trotz Erfolg unermüdlich weiter dafür sorgt, dass dem Sport, den Athleten und den Fans das geboten wird, was sie verdienen: eine erstklassige Bühne.
http://www.groundandpound.de/mma/de/news/gnp-awards-2009-bester-veranstalter-national/
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